Johannis Freimaurerloge

ZUR DEUTSCHEN BURG

Die Anfänge

Bereits am 14. Juli 1767 wurde in Duisburg ein Studentenorden gegründet, der freimaurerähnliche Grundsätze, Gradeinteilungen und geheime Erkennungszeichen hatte. Er nannte sich "Loge der Beständigkeit des Ordens invioable". Der Sitz der Ordensleitung war Halle an der Saale.

Die ersten echten Logenvereine bildeten sich später: Die Loge "Zur Hoffnung" und die Johannisloge "De twee getallen" (Die zwei Zahlen), wobei der Name der zweitgenannten bereits die enge Verbindung zu niederländischen Mitbürgern verrät.

1820 gründete sich eine  neue Bauhütte in Duisburg: Die Loge "Zur Deutschen Burg".

Man mietete das "Flory'sche Haus" an der Oberstraße, das in einer älteren Chronik als "dumpfer Raum" bezeichnet wurde, und am 24. Januar 1821 wurde die Loge dort eröffnet und eingeweiht (übrigens dem Geburtstag Friedrich des Großen). 

Da das Konstitutionspatent der Großen National- und Mutterloge in den preußischen Staaten, "Zu den drei Weltkugeln" in Berlin, vom 1. Oktober 1820 datiert ist, gilt dieser Tag als Stiftungstag der "Deutschen Burg". Seither wird unser Stiftungsfest Anfang Oktober gefeiert.

Gesellschaftliches Wirken

Der Sozialwissenschaftler Dr. Volker Gedrath: "Die Duisburger Freimaurer entstammten als Mitglieder des protestantisch-calvinistischen Wirtschaftsbürgertums der führenden Oberschicht in der Stadt. 

Sie waren, überwiegend als Fabrikanten und Großkaufleute, am wachsenden Aufschwung Duisburgs als Wirtschaftszentrum des 19. Jh. beteiligt. Sie gründeten und leiteten Seifensiedereien, Zuckerraffinerien, Tabakfabriken, Tuch- und Seidenmanufakturen und waren als Unternehmer sehr erfolgreich."

Aus diesem Kreis erwuchs auch die Initiative zur Gründung der Duisburger Handelskammer im Jahre 1831. Als Honoratioren legten die Freimaurer viel Wert auf Kultur- und Gesellschaftspflege. 

1831 wurde von den Duisburger Brüdern beschlossen, eine "Sonntagsschule für Handwerker und Fabrikarbeiter" einzurichten. Am 15. Januar 1832 fand die feierliche 

Einweihung statt. Unterrichtet wurde zunächst von Logenmitgliedern in den Fächern 

Deutsch, Rechnen, Geometrie, Schönschreiben und Zeichnen. 

Der Unterricht war kostenlos.

Dunkle Zeiten

Während der "Weimarer Republik" nahm leider nicht nur das Interesse an der Freimaurerei zu, sondern ebenso die Hetzkampagnen ihrer Gegener, allen voran Erich Ludendorf. Er und später auch Alfred Rosenberg legten das Fundament für die nationalsozialistische Verfolgung von Freimaurern. Nach der Machtübernahme gingen in deutschen Logen die Lichter aus, deren Besitz wurde konfisziert.

Trotz der widrigen Umstände kam die Bauhütte "Zur Deutschen Burg" bis 1935 zur höchsten Blüte. Im Juni 1935, unter dem Druck der Gestapo, lösten sich schließlich auch die preußischen Großlogen selbst auf.

Damit kam auch das Ende für die Duisburger Loge "Zur Deutschen Burg". Grundstück und Gebäude am Kuhlenwall wurden weit unter ihrem Wert zwangsverkauft. 

Der ganze Besitz - Bibliothek, Archiv, Ritualgegenstände, historische Urkunden uvm. - wurden konfisziert. 1936 wurde das Logenhaus abgerissen.

Eine neue Hoffnung

Schon bald nach dem Ende von Krieg und Nazidiktatur fanden sich die in Duisburg verbliebenen Freimaurer wieder zusammen. Bereits am 3. Juli 1945 stellten die noch in Duisburg wohnenden ehemaligen Mitglieder (es waren noch 44) einen Antrag an die alliierte Militärregierung, Zusammenkünfte abhalten zu dürfen, der allerdings zunächst abgelehnt wurde.

Mitte 1946 wurde die Loge dann doch als offene freimaurerische Vereinigung unter dem Namen "Zur Dreitürme Burg" genehmigt. 

Eine "Deutsche Burg" war der britischen Militärregierung zu diesem Zeitpunkt noch suspekt gewesen. Erst im Juni 1948 konnte die Loge wieder ihren alten Namen annehmen.

Seit der Wiederentstehung ist die Duisburger Loge nicht mehr Mitglied der Großloge "Zu den Drei Weltkugeln", sondern der Großloge der "Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland / AFAM". 

In dieser Großloge werden eher humanitäre als christliche Inhalte betont.

Gesellschaftliches Engagement bis heute

Im Jahre 1969 gründeten die Duisburger Brüder ein eigenes Hilfswerk, den gemeinnützigen Verein "Humanitas", um damit die Tratition der 1935 beschlagnahmten Stiftungen wieder aufzunehmen. Mit einem stattlichen Kapital ausgestattet, behält sie sich auch das erste Kind freimaurerischen Wirkens in Duisburg im Auge: die selbst gegründete Sonntagsschule, aus der inzwischen ein beeindruckendes Berufskolleg geworden ist, das unter dem Namen Friedrich Albert Langes heute über 2.200 Schülerinnen und Schüler hat.

 

Die Verbindung ist eng und herzlich. In jedem Jahr erhalten drei besonders begabte Absolventen eine Unterstützung für die Aufnahme eines Studiums. Daneben finden auch die städtischen Kunst- und Musikschule Förderung sowie weitere wechselnde Projekte eine Förderung.